Deutschkurse als pädagogische Performance

Foto: Laura Kifferle

Wie und wo lernt man am besten Deutsch? In der neuen Produktion „Warum, warum?“ des Theaters Tri-Bühne kämpfen sich fünf Migranten durch das Dickicht der deutschen Sprache, wobei einiges zur Sprache kommt. Gleichzeitig hat das Stuttgarter Theater begonnen, für ausgewählte Bühnenstücke eine arabische Übersetzungshilfe via Projektion anzubieten.

Es ist nicht nur ein sehr komisches Drama der Sprache und des Sprachenlernens. Es ist auch ein Drama der Lernenden. Fünf Migranten kämpfen sich in dem Stück „Warum, warum“ unter der Leitung ihres Sprachlehrers unermüdlich durch das Dickicht der deutschen Sprache. Unweigerlich kommt es dabei zu Konflikten. Erstens, weil sie sich den vermaledeiten Lernstoff unterschiedlich schnell aneignen. Und zweitens aber, weil sie aus höchst unterschiedlichen sozialen Milieus stammen. Und das hat mit der speziellen und höchst erfolgreichen Methode des Kursleiters zu tun, der übrigens ein Russe ist.

Leichter lernen mit Musik

In der Produktion des Theater Tri-Bühne kommt vieles zur Sprache: Brisantes, Biografisches, Aufwühlendes, Lustiges. Der einzige Deutsche in der Gruppe ist ein Spanier. Er ist Liedermacher und verwandelt das Unternehmen in eine musikalisch-poetische Angelegenheit. Warum er Deutsch lernt? Auf Wunsch seiner Mutter tut er das und weil er Geld verdienen muss. Aber er hat gute Gründe dafür, seine Muttersprache zu vergessen. Und warum Musik? Weil man mit Musik besser und leichter eine Fremdsprache erlernt. Jedenfalls nach Meinung des russischen Deutschlehrers.

Hilde kommt aus Namibia

Unter den fünf Kursteilnehmern hat ein einziger einen deutschen Namen: Hilde, abgekürzt von Brünnhilde. Und sie kommt aus Namibia. Noch ein Afrikaner ist dabei, der von der Goldküste stammt und über Haiti und die Vereinigten Staaten nach Deutschland kam. Eine griechische Putzfrau mit hohen Zukunftsvorstellungen und eine italienische Managerin mit sehr materiellen Erwartungen ergänzen die Gruppe. Nicht jeder will unbedingt in Deutschland bleiben. Eine merkwürdige, komische, kreative und äußerst phantasievolle Gruppe …

Multikulturelle Theatertruppe

Die Darsteller des Stückes haben ihre Wurzeln in Griechenland, Deutschland, Italien, Simbabwe, den Vereinigten Staaten, Russland und Spanien. Was das Erlernen der deutschen Sprache betrifft, können alle Mark Twain beipflichten, der der Meinung war: „Englisch lernt man in dreißig Stunden, Französisch in dreißig Tagen und Deutsch in dreißig Jahren.“